Kriminaltango im Gesundheitswesen – Ausgabe Februar 2018

Ein Tropfen Blut für die Ewigkeit
oder Neugeborenen-Screening mit KESB-Androhung

 

Als unser Sohn Joan geboren wurde, wollten die Ärzte schon bald das «übliche Neugeborenen-Screening» an ihm vornehmen, das meistens am dritten Tag nach der Geburt gemacht wird. Obwohl dieses Screening auf freiwilliger Basis erfolgt – es gibt keine gesetzliche Grundlage, nach deren Eltern dazu gezwungen werden können – wurde nach der Geburt von Joan ziemlich viel Druck auf uns ausgeübt. Aber lesen Sie selbst:

 

Gleich nach der Geburt von Joan – unserem Sohn – wurde uns von den Ärzten im Kantonsspotal Winterthur eine Broschüre vorgelegt, um uns das «übliche Neugeborenen-Screening» schmackhaft zu machen, nach welchen zu Vorsorge-Zwecken jedem Neugeborenen am 3. Tag 3 Blutstropfen abgenommen werden, nur zur «Vorsorge und Früherfassung von angeborenen Erkrankungen», wie es dort hiess.

Und weiter las sich in der Werbebroschüre «Eines von ca. 800 neugeborenen Kindern leidet an einer angeborenen Störung des Stoffwechsels, der Hormone oder von Organfunktionen. Das Neugeborenen-Screening gewährleistet die Früherkennung dieser Krankheiten, in Folge die möglichst frühzeitige Einleitung einer adäquaten Behandlung, um in den meisten Fällen bleibende Schäden verhindern zu können.» Also reine Angstmacherei.

Nur zum Vergleich: In Österreich kamen in den Jahren 2013-2016 jedes Jahr zwischen 80’000 und 90’000 Neugeborene auf die Welt. Von diesen kamen nur eine verschwindend kleine Anzahl Wesen mit einer Krankheit auf die Welt, gerade mal ca. 100 oder 0,001 %. Doch meine Frau hatte grad einem kerngesunden Bub das Leben geschenkt. Und diese Weisskittel wollten uns unsere Freude darüber vermiesen?

Es gab keinerlei Anzeichen einer Erkrankung, weshalb also ein Neugeborenen-Screening? Aus unserer Sicht sind die meisten nichtbehandelbaren Erkrankungen an Neugeborenen sowieso ein Folge von Impfschäden.

Als wir ein Neugeborenen-Screening an Joan ablehnten, wurde in der Folge der Druck von Seiten des Personals auf uns erhöht. Erst zeigte eine Krankenschwester Verständnis für unsere Ansicht, doch dann kam ein Arzt hinzu, der uns beschied «Sie müssen das machen, es ist ihre Pflicht und wir haben die Verantwortung dafür, sicher zu stellen, dass Ihr Kind gesund ist.»

Der Arzt hat explizit unsere Verantwortung in Abrede gestellt, die wir zum Wohle von unserem Kind wahrnehmen wollten und dieses Screening nicht zu machen. Wir fragten uns auch, zu welchem Nutzen so eine Blutabnahme denn sei? Wer ist Nutzniesser davon, dass alle Babys registriert und katalogisiert werden, für den Rest des Lebens? Ein Arzt sagte mal, ein Tropfen Blut reicht aus, einen Menschen auf ewig zu identifizieren und dieses Resultat in einer Datenbank abgelegt, macht aus jedem Individuum einen gläsernen Menschen. George Orwell hätte an diesem Szenario seine helle Freude gehabt.

Aber weiter in unserer Geschichte: Der Arzt sagte auch, dass das Krankenhaus sicherstellen müsse, dass das Kind keine Langzeitschäden davon trage, für die eines Tages die ganze Gesellschaft gerade stehen müsse. Als ich gerade mal nicht anwesend war, hat sich der Arzt meine Frau separat «vorgeknöpft» und versucht, ohne meinen Beistand Druck auf sie auszuüben. Er drohte ihr auch mit der Kinderschmutzbehörde, wenn sie sich weiter weigern würde, doch meine Frau blieb standhaft und hat weiterhin abgelehnt.

Unser Kind war gesund und munter und wir verstanden nicht, weshalb diesem Krankenhaus so daran gelegen sein konnte, Joan zu screenen und vor allem, weshalb viel Druck erzeugt wurde. Es kam uns so vor, als würde mit Kanonen auf Spatzen geschossen und eine Gefahr herauf beschworen, die marginal klein war. Wir begannen uns auch ersthaft zu fragen, wer der eigentliche Nutzniesser darin sein konnte, wenn alle Neugeborenen gescreent und in einer Datenbank abgelegt wurden.

Als ich auf ein 2. Gespräch mit dem Arzt bestand, ohne meine Frau, hatte der Arzt plötzlich keine Zeit mehr und war nicht mehr zu erreichen. Als wir mit unserer Überzeugung auf Unverständnis stiessen und das Krankenhauspersonal auf diesem Neugeborenen-Screening bestand, haben wir uns einfach selber entlassen, um diesem Druck zu entgehen und sind aus dieser unfreundlichen Umgebung weg nach Hause gegangen.

Doch zuhause ging die Arie weiter: Unsere Hebamme, die bis anhin unser vollstes Vertrauen genoss, wurde von dem Kinderarzt auf uns angesetzt. Sie argumentierte, dass sie einmal erlebt habe, wie ein Kind an Kinderlähmung erkrankt sei und es sei unverantwortlich, ein Kind sterben zu lassen, wenn man diese Blutentnahme bei einem Neugeborenen nicht vornehme. Doch wie häufig kommt das wirklich vor? Höchstens in 1 von 100’000 Fällen.

Schon bei der Zeugung haben wir die Verantwortung für unser Kind übernommen und daran gedacht, was alles passieren könnte, doch wir nehmen unser Kind so, wie es auf die Welt gekommen ist und lassen uns von niemandem beirren. Unser Kind war gesund und munter und zeigte keinerlei Anzeichen irgend einer Störung oder Erkrankung. Und wieder kam der Hinweis mit der KESB – es war kaum zu glauben – schon verblüffend, welche Hebel in Bewegung gesetzt werden, wenn jemand mal aus der Reihe tanzt.

Ein paar Tage später rief der behandelnde Arzt bei uns zuhause nochmal an und versuchte wieder Druck zu machen bei meiner Frau. Diesmal bekam ich diesen Arzt ans Telefon und unterbreitete ihm folgenden Vorschlag:

Wenn es ihm so ernst sei mit der KESB, könnten wir das gerne tun, dann aber bitte auf meine Art. Ich kenne einen Chefgynäkologen in einem Krankenhaus und zwei renommierte Journalisten, die würde ich zum Gespräch einladen. Er könne gerne mit Vertretern der Kesb zur Besprechung kommen, doch wir würden dann das Ergebnis der Besprechung einer interessierten Öffentlichkeit vorlegen. Wir würden minutiös aufzeigen, wie so etwas hintenrum abgehandelt und Menschen unter Druck gesetzt würden, die nicht kuschten, sondern einen eigenen Weg gehen würden. Er sagte zu, mitzumachen, doch von da an haben wir nie mehr etwas von ihm gehört!

Die Frage steht wirklich im Raum und selbst wenn ich mich wiederhole: Wer ist wirklich daran interessiert, dass Menschen flächendeckend gescannt und per Blutentnahme registriert werden, dass soviel Druck ausgeübt wird, dieses Neugeborenen-Screening zu machen? Für Diagnosezwecke betreffend Hormonstörungen und Stoffwechselkrankheiten alleine kann es kaum sein!

2005 wurde in Schweden ein Artikel publiziert, in welchem Publik wurde, dass seit 1975 mehr als 3’000’000 Blutentnahmen von Neugeborenen in einer Biodatenbank eingelagert wurden, angeblich zu Forschungszwecken. Doch dann wurde dem Parlament ein Gesetzesentwurf vorgelegt, dass diese aus Blutstropfen ermittelten genetischen Daten im Rahmen eines umfassenden Abgleichs mit anderen DNA-Proben verwendet werden könnten, zb. für die Kriminalistik oder zur Identifizierung bei Katastrophen-Opfer.

Und erst kürzlich, vor ca. einem Jahr, wollte ein deutscher Rechtsmediziner die Polizeiarbeit revolutionieren, indem er proklamierte, dass von jedem Menschen im Land eine DNA-Probe genommen werden sollte: von jedem Neugeborenen, jedem Erwachsenen, aber auch von jedem Touristen und von allen Flüchtlingen und diese in eine Datenbank abgelegt würden.

Doch wer garantiert für die Sicherheit, dass diese sensilen Daten nicht in falsche Hände gelangen oder missbraucht würden? Zum Beispiel durch Kriminelle, andere Staaten, oder auch die private Wirtschaft, die daraus ihren Nutzen ziehen könnte und auch würde? Jedes System, und sei es noch so sicher, kann jederzeit geknackt werden, wie verschiedene Szenarien in der letzten Zeit offenbart haben.

Schöne Neue Welt, willkommen!

 

Geschichte von Daniel Schwander erzählt und HEGAS Chiesa verfasst!

2 Kommentare

  1. Ewald

    Sali Dani, zum Neugeborenenscreening nur so viel: Diese Stoffwechselkrankheit, nahrunsmittelbedingt, wirkt sich erst ab dem 2,- 4. Lebensjahr aus, weil gewisse Stoffe das Hirn an einer normalen Entwicklung hindern. Der Entwicklungsstand abgeschlossen entspricht dann je nach Schwere dem frühen Primarschulalter, also weit weg von einem später selbständigen Leben. Mittels einer strengen Diät können die schädlichen Nahrungsmittel vom Speiseplan gestrichen werden, das Kind bleibt gesund. Wenn du gerade das 1 von 100000 Kindern hast….

    Warum schreibe ich das dir? Mein ältester Bruder ist davon betroffen. Leider kam er 2 Jahre zu früh zur Welt. 2 Jahre vor Einführung der Tests. Heute lebt er in einem Behindertenheim. Du wirst nie verstehen, was meine Eltern gegeben hätten, wenn der Test zur Verfügung gestanden wäre. Du hast 2 Jahre ein scheinbar völlig gesundes Kind und merkst viel zu spät, was da los ist. Später lässt sich das nicht korrigieren.

    Ein kleiner Piks in die Ferse, das wars. Unsere 3 Kids haben das locker überlebt. Da pfeife ich auf jede Form von Datenschutz und weiss ich was.

    Deinen Rundumschlag gegen unser Gesundheitswesen finde ich in diesem Zusammenhang äusserst zynisch, wünsche aber deinem Sohn von ganzem Herzen dass er nicht der 100,000 ist.

    Herzliche Grüsse Ewald

    • Daniel Schwander

      Lieber Ewald

      Vorerst herzlichen Dank für Deinen Beitrag.
      Das tut mir sehr leid, dass Euch dies passiert ist. Ich mag sagen, dass ich dies nachempfinden kann und sehr wohl verstehe, dass Deine Eltern sich einen anderen Weg gewünscht hätten.
      Aus meiner Erfahrung und Forschung heraus, hätte wohl ein Neugeborenenscreening die Tatsache nicht verändert. Ich vermute sehr, dass die nachfolgenden und oft viel zu früh verabreichten Impfungen zu den Stoffwechselkrankheit geführt hat. Dies zeigt sich bei vielen Menschen im kleinen und oft unscheinbaren. Sie haben dann viel mehr ab 40 ihr entsprechenden Herausforderungen.
      Ich kann gerne in einem weiteren Newsletter meine Erfahrungen damit und auch den weitergehenden Erkenntnisssen teilen.

      Auf jeden Fall wünsche ich Dir und Deiner Familie viel Gesundheit und besonders Dir ein tolles und wohl verdientes RentenalterSEIN.

      Herzlichst

      Daniel

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